Auftragsberatungsstelle im Vergaberecht 2026
Auftragsberatungsstelle: Kostenlose Beratungseinrichtung für Bieter und Auftraggeber in Vergabefragen. Aufgaben und Anlaufstellen in Österreich und Deutschland.
Definition: Eine Auftragsberatungsstelle ist eine öffentlich geförderte oder institutionelle Beratungseinrichtung, die Unternehmen und öffentliche Auftraggeber kostenlos oder kostengünstig zu Fragen des Vergaberechts und der öffentlichen Beschaffung berät.
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 · Rechtsstand: Institutionell verankert auf Landes- und Bundesebene in Österreich und Deutschland
Was ist eine Auftragsberatungsstelle?
Auftragsberatungsstellen sind neutrale Anlaufstellen, die insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zum öffentlichen Beschaffungsmarkt erleichtern und Auftraggeber bei der vergaberechtskonformen Durchführung von Vergabeverfahren unterstützen. Sie sind in der Regel bei Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern oder spezialisierten öffentlichen Stellen angesiedelt und bieten ihre Leistungen unabhängig und nicht kommerziell an.
Aufgaben und Leistungen
Das Leistungsspektrum einer Auftragsberatungsstelle umfasst Beratung, Information und in manchen Fällen Schulung zu sämtlichen vergaberechtlich relevanten Themen.
Typische Beratungsleistungen:
- Erläuterung vergaberechtlicher Grundlagen (EU-Recht, nationales Recht)
- Unterstützung bei der Interpretation von Ausschreibungsunterlagen
- Hinweise zur Angebotserstellung und zu Eignungsnachweisen
- Information über Nachprüfungsrechte und -verfahren
- Beratung von Auftraggebern zur verfahrenskonformen Ausschreibungsgestaltung
- Hinweise auf einschlägige Veröffentlichungsplattformen und Fristen
Auftragsberatungsstellen in Österreich
In Österreich bieten die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und ihre Landesorganisationen sowie das Bundesvergabeamt beratende Funktionen wahr. Darüber hinaus existieren spezialisierte Vergabe-Informationsstellen auf Länderebene. Die Bundesbeschaffung GmbH (BBG) informiert als zentrale Beschaffungsstelle des Bundes auch über laufende Vergabeverfahren und gibt Hinweise zur Marktbeteiligung.
Auftragsberatungsstellen in Deutschland
In Deutschland sind die Auftragsberatungsstellen bei den Industrie- und Handelskammern (IHK) und den Handwerkskammern (HWK) der Bundesländer angesiedelt. Das Netz der Auftragsberatungsstellen ist bundesweit flächendeckend organisiert und wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Auftragsberatungsstellen (BAFA-Netzwerk) koordiniert. Zusätzlich informiert das Kompetenzzentrum öffentliche IT (ÖFIT) und das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern (BeschA) über öffentliche Vergabeverfahren.
FAQ
Ist die Beratung durch eine Auftragsberatungsstelle kostenlos? In der Regel ja. Die meisten Auftragsberatungsstellen bieten eine kostenlose Erstberatung an. Umfangreiche Schulungen oder vertiefende Beratungen können kostenpflichtig sein.
Können Auftragsberatungsstellen rechtlich verbindliche Auskünfte erteilen? Nein. Auftragsberatungsstellen geben informatorische Hinweise, keine rechtsverbindlichen Auskünfte. Für verbindliche rechtliche Beurteilungen ist eine auf Vergaberecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei zu konsultieren.
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 Alle Angaben ohne Gewähr. Für rechtlich verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei.
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