Bauwerksdatenmodellierung (BIM) im Vergaberecht 2026
Bauwerksdatenmodellierung: Deutscher Begriff für Building Information Modeling (BIM). Bedeutung für öffentliche Ausschreibungen und digitale Planung.
Definition: Bauwerksdatenmodellierung (BDM) ist der deutsche Fachbegriff für Building Information Modeling (BIM) und bezeichnet eine kooperative Arbeitsmethode, bei der alle relevanten Bauwerksdaten in einem digitalen Modell erfasst, verwaltet und über den gesamten Lebenszyklus des Bauwerks genutzt werden.
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 · Rechtsstand: Richtlinie 2014/24/EU Art. 22 Abs. 4, BVergG 2018 § 98 Abs. 3, VgV § 11a
Was ist Bauwerksdatenmodellierung?
Bauwerksdatenmodellierung (BDM), international als BIM bekannt, ist eine digitale Planungs- und Kooperationsmethode, die alle Geometrie-, Bauteil- und Prozessinformationen eines Bauwerks in einem gemeinsamen digitalen Modell bündelt. Im Unterschied zu traditionellen CAD-Plänen enthält ein BIM-Modell nicht nur geometrische Informationen, sondern auch semantisch angereicherte Daten zu Materialien, Kosten, Zeitplanung und Betrieb.
Im vergaberechtlichen Kontext ist die Bauwerksdatenmodellierung seit der Vergaberechtsreform 2014 ausdrücklich als technische Anforderung in öffentliche Ausschreibungen aufnehmbar. Öffentliche Auftraggeber können die Nutzung von BIM-Methoden bei Bau- und Planungsaufträgen verlangen.
Verwendung in Ausschreibungen
Wenn Auftraggeber Bauwerksdatenmodellierung fordern, müssen sie die technischen Anforderungen an das BIM-Modell präzise in den Vergabeunterlagen beschreiben. Typische Anforderungen:
- Anforderungen an den Detaillierungsgrad (LOD – Level of Development oder LOG/LOI)
- Vorgabe offener Datenformate (IFC, BCF)
- Definition des Common Data Environment (CDE)
- Übergabe des As-Built-Modells nach Fertigstellung
Die Anforderungen müssen verhältnismäßig sein und dürfen kleine und mittlere Unternehmen nicht unverhältnismäßig benachteiligen.
Verhältnis zum Begriff BIM
„Bauwerksdatenmodellierung" und „BIM" werden synonym verwendet. In der deutschen Verwaltungssprache und in normativen Texten (z.B. DIN SPEC 91400) wird häufig der Begriff BIM beibehalten, da er international etabliert ist. Das österreichische Normenwesen (ÖNORM A 6241) verwendet ebenfalls beide Begriffe.
Für eine ausführliche Darstellung der vergaberechtlichen Aspekte des BIM/Bauwerksdatenmodellierung siehe den Artikel BIM.
FAQ
Ist Bauwerksdatenmodellierung bei öffentlichen Bauprojekten verpflichtend? In Österreich und Deutschland ist BDM/BIM derzeit für bestimmte Bundesinfrastrukturprojekte verpflichtend (Autobahnen, Schiene). Für andere öffentliche Projekte wird BIM zunehmend gefordert, aber noch nicht generell vorgeschrieben.
Welche Normen regeln die Bauwerksdatenmodellierung? Die wichtigsten Normen sind ISO 19650 (international), ÖNORM A 6241 (Österreich) und DIN SPEC 91400 (Deutschland).
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 Alle Angaben ohne Gewähr. Für rechtlich verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei.
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