Glossar

Öffentlicher Teilnahmewettbewerb vor Freihändiger Vergabe 2026

Öffentlicher Teilnahmewettbewerb vor Freihändiger Vergabe: Zweistufiges Unterschwellenverfahren mit vorgelagerter öffentlicher Bewerberauswahl.

Definition: Der öffentliche Teilnahmewettbewerb vor Freihändiger Vergabe ist ein zweistufiges Vergabeverfahren im Unterschwellenbereich, bei dem der Auftraggeber zunächst öffentlich zur Bewerbung auffordert, geeignete Bewerber auswählt und anschließend mit diesen freihändig verhandelt.

Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 · Rechtsstand: § 12 VOB/A (Deutschland); § 41 BVergG 2018 (Österreich, Unterschwellenbereich)


Was ist der Öffentliche Teilnahmewettbewerb vor Freihändiger Vergabe?

Dieses Verfahren kombiniert die Transparenz eines öffentlichen Teilnahmewettbewerbs mit der Flexibilität der Freihändigen Vergabe. Es ist typischerweise im Unterschwellenbereich für Bauleistungen (§ 12 VOB/A) vorgesehen und findet Anwendung, wenn eine beschränkte Ausschreibung wegen besonderer Umstände nicht sinnvoll ist, aber ein Mindestmaß an öffentlichem Wettbewerb gewahrt werden soll.

Ablauf

Das Verfahren gliedert sich in zwei Phasen:

Erste Phase: Öffentlicher Teilnahmewettbewerb

Der Auftraggeber veröffentlicht eine öffentliche Bekanntmachung, in der er zur Bewerbung auffordert. Interessierte Unternehmen reichen Teilnahmeanträge ein. Der Auftraggeber prüft die Eignung und wählt eine begrenzte Zahl geeigneter Bewerber aus.

Zweite Phase: Freihändige Vergabe

Mit den ausgewählten Bewerbern verhandelt der Auftraggeber freihändig, d.h. ohne strenge formelle Bindung an Vergabeverfahrensvorschriften. Die Verhandlungen können Preis, Leistungsumfang und Vertragsbedingungen umfassen.

Anwendungsvoraussetzungen

Die Freihändige Vergabe mit vorhergehenden Teilnahmewettbewerb setzt voraus, dass:

  • Der Auftragswert unterhalb der nationalen Schwelle für die Beschränkte Ausschreibung liegt, oder
  • Besondere Umstände eine beschränkte Ausschreibung ausschließen (z.B. nur wenige geeignete Unternehmen am Markt).

Unterschied zur Beschränkten Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb

Der wesentliche Unterschied liegt in der zweiten Phase: Bei der Beschränkten Ausschreibung ist die Angebotsabgabe streng formgebunden; bei der Freihändigen Vergabe können Preis und Leistung frei verhandelt werden.

Verwandte Begriffe

FAQ

Wann ist ein öffentlicher Teilnahmewettbewerb vor Freihändiger Vergabe sinnvoll? Wenn der Auftraggeber im Unterschwellenbereich einerseits transparenz- und wettbewerbsmäßig vorgehen möchte, andererseits aber Flexibilität in der Verhandlungsphase benötigt.

Ist das Ergebnis des Teilnahmewettbewerbs bindend für die Auswahl der Verhandlungspartner? Ja. Der Auftraggeber darf in der zweiten Phase nur mit den im Teilnahmewettbewerb ausgewählten Bewerbern verhandeln.


Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 Alle Angaben ohne Gewähr. Für rechtlich verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei.

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