Glossar

Präqualifikation für Aufträge nach VOB 2026

Präqualifikation nach VOB: Vorabprüfung der Eignung von Bauunternehmen für öffentliche Aufträge – PQ-VOB-System, Vorteile und Verfahren der Eignungsprüfung.

Definition: Die Präqualifikation für Aufträge nach VOB ist ein vorgelagertes Eignungsprüfungsverfahren, bei dem Bauunternehmen ihre fachliche und wirtschaftliche Eignung für öffentliche Bauaufträge vorab nachweisen und sich in ein anerkanntes Präqualifikationsverzeichnis eintragen lassen können.

Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 · Rechtsstand: § 6b EU VOB/A, § 6b VOB/A, PQ-VOB-Richtlinien, BVergG 2018


Was ist die Präqualifikation nach VOB?

Die Präqualifikation nach VOB ermöglicht es Bauunternehmen, ihre Eignung für öffentliche Bauaufträge einmalig und gebündelt nachzuweisen, statt bei jedem Vergabeverfahren erneut umfangreiche Eignungsnachweise einreichen zu müssen. Damit werden sowohl die Unternehmen als auch die Auftraggeber von wiederholtem bürokratischem Aufwand entlastet. Das zentrale Präqualifikationsverzeichnis für Bauleistungen in Deutschland ist das amtliche Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen für den Bereich Bauleistungen (PQ-VOB).

Rechtsgrundlage

§ 6b EU VOB/A (für den Oberschwellenbereich) und § 6b VOB/A (für den Unterschwellenbereich) ermöglichen Auftraggebern, von Unternehmen den Nachweis ihrer Präqualifikation als Eignungsnachweis zu verlangen. Eingetragene Unternehmen müssen keine gesonderten Einzelnachweise mehr vorlegen; der Eintrag im PQ-Verzeichnis ersetzt diese Nachweise grundsätzlich.

Das PQ-VOB-System

Das PQ-VOB-System wird von Auftraggeber- und Auftragnehmerverbänden gemeinsam getragen und über die Auftragsberatungsstellen der Bundesländer administriert. Die Zertifizierung prüft und bestätigt:

  • Fachkunde (berufliche Qualifikation, technische Mittel)
  • Leistungsfähigkeit (wirtschaftliche und finanzielle Kapazitäten)
  • Zuverlässigkeit (keine Ausschlussgründe, ordentliche Gewerbeführung)

Das Zertifikat hat eine Gültigkeitsdauer von in der Regel drei Jahren und muss danach erneuert werden.

Vorteile der Präqualifikation

Für Unternehmen bietet die Präqualifikation erhebliche Zeitersparnis und erhöhte Wettbewerbschancen, da der Aufwand für Eignungsnachweise bei jedem einzelnen Vergabeverfahren entfällt. Für Auftraggeber vereinfacht sich die Eignungsprüfung erheblich, da sie auf geprüfte und zertifizierte Angaben zurückgreifen können. Die Präqualifikation erhöht zudem die Qualität und Aktualität der Eignungsnachweise.

Verfahren der Präqualifikation

Das Verfahren beginnt mit der Antragstellung beim zuständigen Präqualifizierungsbüro, gefolgt von der Einreichung aller relevanten Unterlagen und einer Prüfung durch die Stelle. Bei positivem Ergebnis erfolgt die Eintragung in das PQ-Verzeichnis. Das Verzeichnis ist öffentlich zugänglich, sodass Auftraggeber die Eignung von Bewerbern jederzeit überprüfen können.

FAQ

Ist die Präqualifikation für VOB-Aufträge verpflichtend? Nein, sie ist freiwillig für Unternehmen. Auftraggeber können jedoch deren Vorlage verlangen. Ohne Präqualifikation müssen Unternehmen im Einzelfall gesonderte Eignungsnachweise vorlegen.

Wie lange ist die Präqualifikation gültig? In der Regel drei Jahre. Danach muss eine Erneuerung beantragt werden.

Was kostet die Präqualifikation? Die Kosten variieren nach der Einstufung des Unternehmens und der zuständigen Stelle, liegen jedoch typischerweise im drei- bis vierstelligen Eurobereich.


Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 Alle Angaben ohne Gewähr. Für rechtlich verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei.

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