Präqualifizierung für Bauaufträge (PQ-VOB) 2026
PQ-VOB: Das amtliche Präqualifikationsverzeichnis für Bauunternehmen – Zertifizierungsverfahren, Voraussetzungen, Gültigkeitsdauer und Nutzen für öffentliche Vergabeverfahren.
Definition: Die Präqualifizierung für Bauaufträge (PQ-VOB) ist das offizielle, amtliche Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen für den Bereich der Bauleistungen in Deutschland, in das Bauunternehmen nach erfolgreicher Prüfung ihrer Eignung eingetragen werden und das als anerkannter Eignungsnachweis in Vergabeverfahren nach VOB gilt.
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 · Rechtsstand: § 6b VOB/A, § 6b EU VOB/A, PQ-VOB-Richtlinien 2022
Das PQ-VOB-System
Das PQ-VOB ist das zentrale, bundesweit anerkannte Qualifizierungssystem für Bauunternehmen im öffentlichen Vergabewesen und wird von einer Trägergemeinschaft aus öffentlichen Auftraggebern und Bauverbänden gemeinsam verantwortet. Es wurde geschaffen, um den bürokratischen Aufwand bei der Eignungsprüfung zu reduzieren: Statt bei jedem Vergabeverfahren neue Eignungsnachweise einzureichen, weisen präqualifizierte Unternehmen ihre Eignung einmalig nach und können dies durch einen Eintrag im Verzeichnis belegen.
Träger und Organisation
Das PQ-VOB-Verzeichnis wird von der Auftragsberatungsstelle für das öffentliche Auftragswesen verwaltet; die regionalen Auftragsberatungsstellen der Bundesländer sind für die Antragsbearbeitung zuständig. Die Trägergemeinschaft besteht aus dem Deutschen Vergabenetzwerk (DVNW), den Spitzenverbänden der Bauwirtschaft und öffentlichen Auftraggeberorganisationen.
Voraussetzungen für die Eintragung
Um in das PQ-VOB eingetragen zu werden, müssen Unternehmen umfangreiche Nachweise zu ihrer fachlichen, wirtschaftlichen und persönlichen Eignung vorlegen. Geprüft werden insbesondere:
- Fachkunde: Handwerkliche Qualifikationen, technische Ausstattung, einschlägige Erfahrungen und Referenzprojekte
- Leistungsfähigkeit: Jahresumsatz, Mitarbeiterzahl, finanzielle Leistungsfähigkeit
- Zuverlässigkeit: Führungszeugnis, Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Finanzämter und Berufsgenossenschaften, keine Insolvenzen
- Gesetzestreue: Einhaltung von Mindestlohn, Tarifverträgen und Sicherheitsvorschriften
Eintragungsklassen (Fachlose)
Das PQ-VOB ist in verschiedene Fachlose unterteilt, die den unterschiedlichen Gewerken der Bauwirtschaft entsprechen. Unternehmen werden nur für die Gewerke eingetragen, für die sie ihre Eignung nachgewiesen haben. Die Eintragungsklassen umfassen unter anderem Hochbau, Tiefbau, Ausbaugewerke, Technische Gebäudeausrüstung (TGA) und Spezialtiefbau.
Gültigkeitsdauer und Aktualisierung
Die Eintragung im PQ-VOB hat in der Regel eine Gültigkeitsdauer von drei Jahren, nach deren Ablauf eine Erneuerung mit aktualisierten Nachweisen erforderlich ist. Wesentliche Änderungen der Unternehmensverhältnisse (z.B. Insolvenzantrag, Wechsel des Geschäftsführers, wesentliche Umsatzeinbrüche) sind dem Präqualifizierungsbüro unverzüglich zu melden. Der Eintrag kann bei Wegfall der Eignungsvoraussetzungen gelöscht werden.
Nutzung im Vergabeverfahren
Auftraggeber können in ihren Vergabeunterlagen die Vorlage des PQ-Zertifikats als Eignungsnachweis akzeptieren oder explizit verlangen. In diesem Fall müssen präqualifizierte Unternehmen keine weiteren Einzelnachweise mehr einreichen. Der Auftraggeber kann jedoch in begründeten Fällen zusätzliche auftragsspezifische Nachweise verlangen, die nicht durch die Präqualifikation abgedeckt sind.
Nutzen für Unternehmen
Für Bauunternehmen bietet die PQ-VOB-Präqualifizierung erhebliche Wettbewerbsvorteile: weniger Verwaltungsaufwand bei der Angebotserstellung, ein einheitliches Qualitätssignal am Markt und die Möglichkeit, schneller an Vergabeverfahren teilzunehmen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die in vielen Vergabeverfahren teilnehmen, kann die einmalige Präqualifizierung den Aufwand deutlich reduzieren.
FAQ
Ist die PQ-VOB-Zertifizierung Pflicht? Nein, sie ist freiwillig. Auftraggeber können sie jedoch als Eignungsnachweis verlangen. Ohne Zertifikat müssen Unternehmen Einzelnachweise für jedes Verfahren gesondert einreichen.
Wie lange dauert das Präqualifizierungsverfahren? Je nach Vollständigkeit der Unterlagen in der Regel vier bis acht Wochen.
Kann die Präqualifizierung entzogen werden? Ja, wenn Eignungsvoraussetzungen wegfallen oder falsche Angaben gemacht wurden.
Ist das PQ-Zertifikat bundesweit gültig? Ja, das PQ-VOB-Verzeichnis wird bundesweit anerkannt.
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 Alle Angaben ohne Gewähr. Für rechtlich verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei.
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