Regiepreis Vergaberecht 2026 – Definition und Abgrenzung
Der Regiepreis ist eine Vergütungsform im Baubereich, bei der Leistungen nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet werden. Abgrenzung zu Einheitspreisen.
Definition: Ein Regiepreis ist eine Vergütungsform im Bauvergaberecht, bei der einzelne Leistungen nicht zu einem festen Einheitspreis, sondern nach dem tatsächlich angefallenen Aufwand an Lohn, Material und Geräten abgerechnet werden.
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 · Rechtsstand: VOB/B § 2 Abs. 10; ÖNORM B 2110; BVergG 2018
Was ist ein Regiepreis?
Der Regiepreis ist eine Abrechnungsmethode für Bauleistungen, bei der die Vergütung nicht auf Basis vorab vereinbarter Einheitspreise, sondern auf Basis des tatsächlichen Aufwands an Arbeitsstunden, Materialverbrauch und Maschineneinsatz berechnet wird. Er kommt typischerweise für Leistungen zum Einsatz, die wegen ihrer Unvorhersehbarkeit oder geringen Menge nicht sinnvoll in Positionen des Leistungsverzeichnisses eingeteilt werden können.
Anwendungsbereich
Regiepreise werden vor allem für Neben- und Zusatzleistungen vereinbart, deren Umfang bei Vertragsschluss nicht absehbar ist.
Typische Einsatzbereiche:
- Unvorhergesehene Arbeiten bei Umbau- und Sanierungsmaßnahmen
- Kleinere Zusatzleistungen, die im Leistungsverzeichnis nicht enthalten sind
- Sofortmaßnahmen im Schadensfall
- Leistungen, die infolge von Änderungsanordnungen des Auftraggebers erforderlich werden
Vergaberechtliche Einordnung
Regiepreise sind im öffentlichen Vergaberecht nur unter engen Voraussetzungen zulässig, da sie das Transparenz- und Wettbewerbsprinzip berühren. Das Preisrecht der VOB/B (§ 2 Abs. 10) erlaubt Regielohnarbeiten, wenn dies im Vertrag ausdrücklich vorgesehen ist oder wenn besondere Umstände diese Abrechnungsart erfordern. Im österreichischen Recht regelt die ÖNORM B 2110 entsprechende Modalitäten.
Auftraggeber müssen darauf achten, Regiepreise nur in begründeten Ausnahmefällen zu vereinbaren. Eine übermäßige Nutzung von Regiearbeiten kann den Wettbewerb verzerren, weil der tatsächliche Preis erst nach Auftragserteilung feststeht.
Abgrenzung zum Einheitspreis
| Merkmal | Einheitspreis | Regiepreis |
|---|---|---|
| Preisbasis | Vorab vereinbart pro Mengeneinheit | Tatsächlicher Aufwand |
| Planbarkeit | Hoch | Gering |
| Risiko | Beim Auftragnehmer (Mengenrisiko) | Beim Auftraggeber |
| Einsatz | Standardleistungen | Unvorhersehbare/kleine Zusatzleistungen |
Verwandte Begriffe
FAQ
Müssen Regiepreise im Leistungsverzeichnis ausgewiesen werden? Wenn Regiearbeiten eingeplant werden, sollten die maßgeblichen Stundensätze und Zuschläge im Leistungsverzeichnis oder in den Vertragsbedingungen festgehalten werden, um Transparenz zu gewährleisten.
Kann ein Auftraggeber nachträglich Regiearbeiten anordnen? Ja, bei Änderungsanordnungen kann der Auftraggeber Regiearbeiten anordnen; der Auftragnehmer muss diese dokumentieren und nachweisen.
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 Alle Angaben ohne Gewähr. Für rechtlich verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei.
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