VSVgV – Vergabeverordnung Verteidigung und Sicherheit 2026
Die VSVgV regelt die Vergabe von Rüstungs- und Sicherheitsaufträgen in Deutschland und setzt die EU-Vergaberichtlinie 2009/81/EG um.
Definition: Die Vergabeverordnung Verteidigung und Sicherheit (VSVgV) ist die deutsche Rechtsverordnung, die auf Grundlage des GWB die Vergabe von Aufträgen im Bereich Verteidigung und Sicherheit regelt und die EU-Richtlinie 2009/81/EG in nationales Recht umsetzt.
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 · Rechtsstand: VSVgV i.d.g.F., GWB § 145 ff., Richtlinie 2009/81/EG
Was ist die VSVgV?
Die Vergabeverordnung Verteidigung und Sicherheit (VSVgV) ist ein Spezialregelwerk für die Beschaffung sensibler Güter und Dienstleistungen im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich. Sie ergänzt die allgemeine Vergabeverordnung (VgV) für den Bereich, der aufgrund seiner sicherheitspolitischen Sensitivität besonderer Regelungen bedarf. Die VSVgV trat 2012 in Kraft und setzt die EU-Vergaberichtlinie 2009/81/EG um.
Anwendungsbereich
Die VSVgV gilt für Aufträge, die militärische Ausrüstung, sicherheitsrelevante Güter oder damit verbundene Dienstleistungen und Bauleistungen betreffen.
Konkret erfasst sind:
- Militärische Ausrüstung: Waffen, Munition, Kriegsmaterial, militärische Fahrzeuge, Kommunikationstechnik
- Sicherheitsrelevante Ausrüstung: Güter für Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden, bei denen Geheimschutz erforderlich ist
- Zugehörige Dienstleistungen und Bauleistungen: Wartung, Logistik, Infrastruktur für o.g. Bereiche
Der EU-Schwellenwert für die VSVgV beträgt 443.000 EUR für Liefer- und Dienstleistungsaufträge sowie 5.538.000 EUR für Bauleistungen (Stand 2025).
Besonderheiten gegenüber der allgemeinen VgV
Die VSVgV weicht in mehreren Punkten erheblich von der allgemeinen Vergabeverordnung ab, um den sicherheitspolitischen Anforderungen Rechnung zu tragen.
Geheimschutz
Auftraggeber können Anforderungen an die Sicherheitsüberprüfung von Bieterunternehmen und deren Personal stellen. Verfahren können bei besonderer Sensitivität nicht öffentlich bekannt gemacht werden.
Verfahrensarten
Das Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb ist das Standardverfahren der VSVgV. Ein nicht offenes Verfahren ist ebenfalls vorgesehen. Das offene Verfahren spielt eine untergeordnete Rolle.
Versorgungssicherheit
Auftraggeber können Anforderungen an die Liefer- und Versorgungssicherheit stellen, also sicherstellen, dass kritische Güter auch in Krisenzeiten verfügbar bleiben.
Unterauftragnehmer
Bieter können verpflichtet werden, einen Mindestanteil der Leistung an Drittunternehmen weiterzuvergeben, um die industrielle Basis zu stärken.
Verhältnis zu anderen Rechtsgrundlagen
Für Aufträge, bei denen wesentliche Sicherheitsinteressen des Staates berührt sind, kann der Auftraggeber nach Art. 346 AEUV vom EU-Vergaberecht vollständig abweichen. Die VSVgV findet in solchen Fällen keine Anwendung.
FAQ
Welche Behörden vergeben nach der VSVgV? Primär das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) sowie Behörden im Bereich innere Sicherheit (Polizei, Verfassungsschutz).
Gibt es eine österreichische Entsprechung? Ja. In Österreich gilt das BVergGVS 2012 (Bundesvergabegesetz Verteidigung und Sicherheit), das ebenfalls die Richtlinie 2009/81/EG umsetzt.
Können ausländische Unternehmen nach der VSVgV bieten? Grundsätzlich ja, sofern sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen. In der Praxis schränken Geheimschutzanforderungen die Teilnahme häufig auf nationale oder NATO-Partner ein.
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026 Alle Angaben ohne Gewähr. Für rechtlich verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei.
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